Archiv für den Monat Juli 2026

Rockrider E-ACTV 900: Pedelec mit Automatik

Es ist ein Neuzugang im Testfuhrpark zu vermelden: Seit gestern probiere ich das Rockrider E-ACTV 900 aus dem Hause Decathlon aus.


Ein spannendes Pedelec mit stufenlosem Automatikgetriebe – ähnlich wie im Toyota Prius.
Erster Eindruck nach den ersten ca. 50 Kilometern inklusive Bergeinsatz auf Schotter: Deutlich souveräner als erwartet!
Fun Fact am Rande: Anfangs sucht man ständig mit dem rechten Daumen nach dem Schalthebel. Um dann festzustellen: Es ist sowieso immer die richtige Übersetzung im Einsatz…
Mehr dazu in Kürze. hu/Foto: R. Huber

Weltpremiere L03: Herr Xpeng will es wissen

Der brandneue Xpeng L03

Mit dem L03 steigt der chinesische Hersteller Xpeng in den Markt der kompakten Elektro- und Plug-in-SUV ein. Die richtig groß angelegte Weltpremiere in München, die erste der Marke überhaupt außerhalb Chinas, mit hunderten Gästen aus aller Welt zeigte deutlich: Firmengründer He Xiaopeng (sprich: He Schiao-Päng) will es wirklich wissen. Er setzt auf den alten Slogan: Wer es hier schafft, schafft es überall. Und tatsächlich hat der L03 definitiv das Zeug zum europa- und weltweitem Erfolg.

Das neue Modell steht mit einer Länge von 4,65 Metern in direktem Wettbewerb etwa zu Modellen wie dem Citroën e-C5 Aircross, dem Opel Grandland Electric oder dem Skoda Enyaq. Er ist das bisher kompakteste Fahrzeug der Marke. Und er legt angesichts seiner Preispolitik die Latte für seine (deutlich teureren) Mitbewerbern gleich ziemlich tief. Wenn der Neue im Herbst zu den deutschen Händlern rollt, stehen auf dem Preisschild Zahlen ab 35.600 Euro – und das für ein Fahrzeug mit mehr als ordentlicher Ausstattung, absolut alltagstauglicher Antriebstechnik und modernsten ADAS-Systemen.

Im Detail:

• XPENG L03 RWD Standard Range: mit 58,3-kWh-LFP-Batterie, 180 kW/245 PS starkem Hinterradantrieb und bis zu 445 Kilometer Reichweite (WLTP komb.) ab 35.600 Euro

• XPENG L03 RWD Long Range: mit 71,2-kWh-LFP-Batterie, 180 kW/245 PS starkem Hinterradantrieb und bis zu 520 Kilometer Reichweite (WLTP komb.) ab 38.600 Euro

• XPENG L03 AWD Performance: mit 71,2-kWh-LFP-Batterie, 285 kW/388 PS starkem Allradantrieb und bis zu 440 Kilometer Reichweite (WLTP komb.) ab 41.600 Euro

• XPENG L03 AWD Performance „Ultra“: mit 71,2-kWh-LFP-Batterie, 285 kW/388 PS starkem Allradantrieb und bis zu 440 Kilometer Reichweite (WLTP komb.) ab 46.600 Euro.

Alternativ gibt es ebenfalls ab dem Herbst einen Plug-in mit rund 200 Kilometern elektrischer Reichweite, und zwar zu Preisen ab 38.600 Euro. Akku und Benzintank (für den 1,5-Liter-Verbrenner, der als Generator agiert) sind für bis zu 1.000 Kilometer Gesamtreichweite gut.

Das SUV-Coupé mit den elegant fließenden Formen setzt designtechnisch keine ganz neuen Akzente. Aber es sieht sehr appetitlich aus und bietet unterm Blech neben modernster Technik und sämtlichen Infotainment- und Sicherheitsfeatures reichlich Platz und hohe Flexibilität. Erkennbar wurde bei Xpeng auf praktische Details für den Alltag geachtet, etwa in Form von reichlich Ablagefächern. Die Vordersitze sind elektrisch einstellbar, beheizbar und belüftet. Es gibt einen 367 Liter großen Kofferraum und einen bis zu 89 Liter großen „Frunk“.

Außerdem in der Serienausstattung enthalten sind elektrisch einstellbare, anklapp- und beheizbare Außenspiegel, LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten, ein Soundsystem mit neun im Fahrzeug verteilten und zwei in den Fahrersitz integrierten Lautsprechern, die smarte Navigation, eine Zweizonen-Klimaautomatik und das intelligente Luftreinigungssystem Xfree Breath mit Partikelfilterung. Das 8,9 Zoll große digitale Zentralinstrument, der mittige 15,6-Zoll-HUD-Touchscreen und ein 26,8-Zoll-Head-up-Display liefern alle relevanten Informationen.

Immer mit dabei ist auch die Wärmepumpe. Die Heckklappe öffnet elektrisch. Panoramadach und Ambientebeleuchtung sind ebenfalls Standard.

Das Spitzenmodell XPENG L03 AWD Performance „Ultra“ mit 285 kW/388 PS starken Elektro- und Allradantrieb hat den hochperformanten Turing AI Chip an Bord. Der bildet die Basis für den Next Generation Pilot (NGP). Dadurch ist der ist der L03 auf Autonomie-Level 2+ unterwegs.

Keine Frage: Herr Xiaopeng will es wirklich wissen.

Text: Rudolf Huber I Fotos: Rudolf Huber, Xpeng

BleeqUp: Die Kamera mit der Sonnenbrille

Eine Kamera direkt in der Fahrradbrille – das klingt zunächst nach einer Spielerei. Nach einigen Touren mit der BleeqUp Ranger habe ich aber kapiert, dass hinter dem Konzept deutlich mehr steckt. Die Brille verbindet einen guten UV-Schutz mit einer integrierten Kamera und ermöglicht es, wichtige Momente oder auch unerwartete Situationen im Straßenverkehr festzuhalten, ohne zusätzlich eine Actioncam montieren zu müssen. Ganz perfekt ist sie allerdings (noch?) nicht.

Zunächst zum Positiven: Die Bildqualität hat mich ehrlich überrascht. Natürlich ersetzt die kleine Kamera keine hochwertige Actioncam oder gar eine Systemkamera. Das erwartet man bei dieser Baugröße aber auch nicht. Fest steht: Bei Tageslicht entstehen scharfe Fotos und Videos mit angenehmen Farben und einer insgesamt überzeugenden Detaildarstellung. Gerade bei Radtouren durch Wald, Felder oder entlang von Flüssen wirken die Aufnahmen lebendig und machen richtig Lust, sie später noch einmal anzusehen. Das erleichtert beispielsweise eine KI-Anwendung, die Highlights einer Tour selbsttätig zu einem Video zusammenschneidet. Und ja: Dass BleeqUp auf Objektive von Zeiss zurückgreift, ist natürlich mit ein Grund für die insgesamt gute Qualität von Fotos und Videos. Hier ein paar Beispiele:

Wie man sieht: Auch Fotos gelingen erstaunlich gut. Wer unterwegs einfach einmal schnell einen schönen Aussichtspunkt oder eine besondere Situation festhalten möchte, bekommt brauchbare Ergebnisse, ohne erst das Smartphone aus der Tasche holen zu müssen. Das macht die Nutzung angenehm unkompliziert.

Besonders gefällt mir, dass die Perspektive genau dem entspricht, was man selbst sieht. Dadurch wirken Videos sehr natürlich. Für dynamische Reviews, Tourenberichte, kleine Urlaubserinnerungen oder auch als Dashcam beim Fahrradfahren ist das durchaus interessant.

Die Brille selbst trägt sich angenehm, auch wegen ihres sehr niedrigen Gewichts. Sie sitzt sicher, ohne unangenehm zu drücken, und auch auf längeren Touren hatte ich keine Probleme. Die Gläser bieten einen guten Schutz gegen Sonne und Fahrtwind. Insgesamt macht die Verarbeitung einen hochwertigen Eindruck. Nichts klappert oder wirkt billig, und die Materialien fühlen sich passend zur gehobenen Preisklasse an.

Ein interessantes Detail sind die integrierten Lautsprecher und Mikrofone. Die Lautsprecher sitzen so, dass die Ohren frei bleiben, wodurch man beim Fahren weiterhin Umgebungsgeräusche wie Verkehr oder Klingeln wahrnehmen kann. Gleichzeitig lassen sich Navigationsansagen, Musik oder Podcasts angenehm hören, ohne dass man Ohrhörer tragen muss. Klanglich dürfen die Erwartungen allerdings nicht zu hoch sein: Für Sprache und Hintergrundmusik reicht die Qualität völlig aus, satten Bass oder Hi-Fi-Sound sollte man bei dieser Bauweise jedoch nicht erwarten. Die Mikrofone eignen sich gut für Telefonate oder Sprachaufnahmen unterwegs. Auch Kommentare während einer Tour lassen sich direkt mit dem Video aufnehmen. Bei höherem Tempo oder starkem Gegenwind sind Windgeräusche zwar hörbar, insgesamt funktioniert die Sprachübertragung aber erstaunlich ordentlich und ist für den vorgesehenen Einsatzzweck gut gelungen.

Ganz ohne Kritik kommt die Ranger aber nicht davon.

Am meisten gestört hat mich die Bedienung. Das Ein- und Ausschalten funktioniert zwar zuverlässig, fühlt sich aber nicht immer intuitiv an. Man muss den richtigen Druckpunkt treffen und teilweise etwas länger drücken, als man zunächst erwartet. Gerade wenn man bereits Handschuhe trägt oder schnell losfahren möchte, hätte ich mir eine einfachere Lösung gewünscht. Nach etwas Eingewöhnung klappt es zwar besser, wirklich komfortabel würde ich die Bedienung aber trotzdem nicht nennen.

Ein weiterer Punkt betrifft die Kombination mit Fahrradhelmen. Je nach Helmmodell kann es passieren, dass die Helmschale oder die Riemen den Zugang zum Auslöser erschweren. Bei einem meiner Helme komme ich problemlos an die Taste, bei einem anderen dagegen muss ich regelrecht umgreifen oder den Helm leicht anheben. Das ist natürlich keine Schwäche, die jeden betrifft, sollte vor dem Kauf aber bedacht werden. Wer einen Helm mit weit heruntergezogener Schale nutzt, sollte die Passform möglichst vorher ausprobieren.

Auch die Akkulaufzeit bewegt sich im erwartbaren Rahmen einer derart kompakten Kamera. Für normale Touren reicht sie aus, für einen kompletten Tagesausflug mit durchgehender Aufnahme hingegen eher nicht. Da man ohnehin selten mehrere Stunden am Stück filmen möchte, empfand ich das allerdings nicht als gravierenden Nachteil.

Was ebenfalls nicht verschwiegen werden sollte, ist der Preis von derzeit 439 Euro – beim Hersteller. Die BleeqUp Ranger gehört eindeutig nicht zu den günstigen Fahrradbrillen. Für das aufgerufene Geld bekommt man bereits gute Sportbrillen oder auch Actioncams etablierter Hersteller. Hier bezahlt man vor allem die gelungene Integration der Kamera direkt in die Brille und den hohen Komfort, eben kein zusätzliches Gerät am Helm oder Lenker befestigen zu müssen. Ob einem dieser Mehrwert den Aufpreis wert ist, muss jeder selbst entscheiden.

Genau darin liegt aus meiner Sicht aber auch die Stärke des Produkts. Die Ranger möchte keine Actioncam ersetzen. Sie richtet sich an Menschen, die ihre Touren möglichst unkompliziert dokumentieren möchten. Einfach aufsetzen, losfahren und interessante Momente festhalten – ohne Halterungen, ohne zusätzliches Gewicht am Helm und ohne ständig ans Smartphone denken zu müssen. Dieses Konzept funktioniert erstaunlich gut.

Nach mehreren Ausfahrten hat sich die Brille bei mir einen festen Platz in der Fahrradausrüstung erarbeitet. Ich nutze die Kamera längst nicht auf jeder Fahrt, freue mich aber immer wieder darüber, wenn schöne Landschaften oder besondere Begegnungen später noch einmal als Video oder Foto verfügbar sind. Die Aufnahmequalität ist für diese Produktklasse wirklich gelungen und hat meine Erwartungen übertroffen.

Unterm Strich ist die BleeqUp Ranger ein innovatives Produkt mit überzeugender Bildqualität, angenehmem Tragekomfort und einem durchdachten Gesamtkonzept. Gleichzeitig gibt es noch Luft nach oben – insbesondere bei der Bedienung, der Kompatibilität mit manchen Helmen und natürlich beim Preis. Wer das einkalkuliert und das Konzept für sich als passend erachtet, bekommt eine außergewöhnliche Fahrradbrille, die unterwegs tatsächlich einen echten Mehrwert bieten kann.

Technische Daten Kamera:

Pixel: 16 MP

Videostabilisierung: Al-Stabilisierung

Bildformat / Auflösung: [4:3] 4656 × 3496

Video: 1080p 30 fps / 1080p 60 fps* / 3K 30 fps / 3K 60 fps

Videoformat / Auflösung

Unterstützt Querformat [16:9]: 1920×1080

Hochformat: [9:16] 1080 × 1920

Sichtfeld (FOV): 120°