Archiv für den Monat September 2014

Rolls-Royce Ghost Series II – so fährt er sich

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Zugegeben: Auch der autothemen.com-Mann fährt nicht jeden Tag Rolls-Royce. Aber hin und wieder ergibt sich ja doch die Gelegenheit. Jetzt gerade mit dem überarbeiteten Ghost, den die Briten liebevoll „Series II“ nennen.

Der Ghost ist bei Rolls-Royce mit einem Basispreis von 272.837 Euro der passende Untersatz für die sehr wohlhabenden Menschen, bei denen nach oben noch ein wenig Luft ist. Wer ganz oben angekommen ist, greift, so die Idee der Rollsroycer, zum Phantom (Basispreis: rund 385.000 Euro).

Für die zweite Lebenshälfte des nicht ganz so teuren Schlittens haben seine Väter dezent nachgeschminkt. Zu große, zu grobe Schritte, so weiß man in Goodwood, mag der potenzielle Kunde nicht. Und der Bereits-Rolls-Royce-Eigner sogar noch viel weniger. Er will sich auch nach einem Facelift in der Modellreihe mit seinem bescheidenen alten Untersatz trotzdem noch etwa bei Hofe zeigen können. Schließlich halten RR’s im Schnitt rund 40 Jahre. Das verpflichtet zu einer gewissen Zurückhaltung beim Design.

Aber die leicht zusammengekniffenen LED-Scheinwerfer erkennt sogar der interessierte Laie als neu, bei der Stoßstange wird es schon schwieriger. Gut, wir glauben jetzt dem feschen, jung-dynamischen Designer mal, dass auch da was geändert wurde. Obwohl: Als der Mann verraten hatte, dass er mehrere Jahre brauchte, bis er in der hinteren Armablage das erst auf den zweiten Druck herausfahrende zweite Staufach entdeckte, war ich mir kompetenzmäßig nicht mehr so ganz sicher. Mein geschätzer Schreiber-Kollege hatte das schon nach zirka eineinhalb Minuten im Fond spitzgekriegt…

Also: Ein Phantom ist lang (5,40 Meter), schwer (knapp 2,5 Tonnen), stark (570 PS, 780 Nm) und schnell (in 4,9 Sekunden auf 100, 250 km/h Spitze) und eher durstig (Normverbrauch 14 Liter). Er ist sowas von luxuriös, dass man sich fast nicht traut, die feinen Oberflächen aus Wurzelholz und Leder anzufassen. Der Dreh-, Drück-, Schiebeknopf zur Bedienung von Radio, Navi und Co. ist ein geschmacklicher Ausrutscher. Das kann Mutter BMW besser, denn das ist ein bisschen wenig hübsch. Dafür kann das obendrauf montierte Touchpad jetzt auch Chinesisch und Arabisch – also zumindest entziffern, wenn man die Buchstaben mit dem Finger draufschreibt.

Der Ghost fährt sich auch als Series II nach kurzer Eingewöhnung eigentlich wie ein relativ unkompliziertes, knackig motorisiertes und doch ziemlich großes Auto. Damit im Linksverkehr quer durch London und über Landstraßen geringerer Ordnung zu pflügen, ist dann doch eine kleine Herausforderung.

Was wir nicht vergessen werden: Das phänomenale Gefühl, beim Wechsel der Fahrspur wirklich ein Mordstrumm von Vorbau zu navigieren fast wie bei einer großen Jacht. Und Emily weist dabei den Weg. Text u. Fotos: R. Huber

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Opel ruft ADAM und Corsa zurück

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Opel hat für den ADAM eine Rückrufaktion gestartet. Foto: Hersteller

Au weia, das kann ins Auge gehen: Opel ruft rund 8000 Adam und Corsa zurück, die seit Mai 2014 ausgeliefert wurden. Es geht um mögliche Mängel an der Lenkung!

Der Wortlaut der Opel-Meldung vom Freitagabend, 26. September, 20.06 Uhr:

„Opel wendet sich an die Besitzer von seit Mai 2014 ausgelieferten Fahrzeugen der Modellreihen ADAM und Corsa der derzeitigen Generation. Etwa 8000 dieser Fahrzeuge sind mit einem Teil des Lenkungssystems hergestellt worden, das nicht den Spezifikationen entsprach. Um jedes Risiko zu vermeiden, sollten diese Autos erst nach einer Überprüfung wieder gefahren werden.

Bei Opel steht der Kunde immer an erster Stelle. Da es hier um seine Sicherheit geht, hat das Unternehmen sofort gehandelt. Opel kontaktiert seine Kunden über vielfältige Kommunikationskanäle. Ab morgen können Fahrzeugbesitzer selbst feststellen, ob ihr Auto betroffen ist, indem sie auf www.opel.de oder www.opel.com gehen und den Hinweisen auf der Website folgen. Falls das Auto betroffen ist, wird der Kunde auch automatisch von Opel kontaktiert.

Opel wurde durch routinemäßig durchgeführte Qualitätskontrollen in den Produktionsstätten auf den Zustand aufmerksam. Zurzeit liegen dem Unternehmen keine Informationen über Unfälle oder Verletzungen vor, die damit in Verbindung stehen.

Falls Kunden Fragen haben, können sie sofortige Hilfe unter einer Hotline-Nummer erhalten, die so schnell wie möglich auf der Website veröffentlicht wird.“

Wer braucht denn überhaupt noch ein Auto?

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Fast schon Kunst: Motorhaube und Frontscheibe im Spezial-Design.

Spannend, was man bei einem Spaziergang durchs noble Hamburg-Eppendorf lernen kann. Etwa, dass viele Bewohner ihre Autos offenbar gar nicht mehr brauchen. Kurze Zählung an der Hegestraße: Sieben von zehn Autos haben derartig schmutzige und zugesiffte Frontscheiben, dass völlig klar ist: Die wurden seit Wochen keinen Meter mehr bewegt.

Den Vogel schießt aber ein schwarzer VW Polo ab. Der ist rundum mit einem geradezu revolutionären Lack-Schutz auf biologischer Basis versehen, allerdings auch auf den Scheiben. Durchschauen ist nicht mehr,  zur Beseitigung ist wohl ein Superturbo-Dampfstrahler nötig.

Aber was soll uns das jetzt sagen? Genau: Die urbanen Mobilitätsansprüche haben sich gewandelt, der Städter hat zwar vielfach noch ein Auto, rein aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit. Aber es steht sich die Reifen platt.

Wird spannend, wohin sich das entwickelt. Carsharing dürfte aber eindeutig zu den Gewinnern gehören. Und wie sagte ein freundlicher Taxler so richtig: „Wenn die Leute mal nachrechnen stellen sie schnell fest, dass für das Geld, das ein Auto kostet, locker die Monatskarte und ein paar Taxifahrten drin sind.“

Ein spannender Ansatz, den auch die Ford-Studie zu den Auto-Trends der Millennials (das sind die 18- bis 34-Jährigen) verfolgt: Wie stellen sich die jungen Leute ihre automobile Zukunft vor? Kurz gesagt: Sie soll schön grün sein. Und das eigene Auto ist kein Muss. Wichtig ist die vernünftige Nutzungsmöglichkeit. Nicht die PS-Zahl oder die Spoilergröße. Text und Fotos: R. Huber

Renault Espace – endlich kommt der Nachfolger

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Der neue Renault Espace. Foto: Hersteller

Zeit war’s: Renault feiert auf dem Pariser Mondial de l’Automobile am 2. Oktober endlich die Weltpremiere des neuen Espace.

Die Franzosen haben sich ordentlich Zeit gelassen, der noch aktuelle Espace gilt als Methusalem unter den Großraum-Limousinen, die zwei Mal geliftete Basis stammt schon aus dem Jahr 2002!

Die fünfte Modellgeneration soll sich mit ihrem „ausgeprägten Crossover-Charakter“ grundlegend von den Vorgängern unterscheiden und „modern interpretierte SUV-Merkmale mit der eleganten Erscheinung einer Limousine“ verbinden.

Inspiriert ist der neue Espace von der Studie Initiale Paris, die Renault im vergangenen Jahr auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt vorgestellt hat.

Der neue Renault Espace übernimmt mit reichlich Platz und dem variablen Innenraum die Gene seiner Vorgänger. „Ebenso tragen das elegante Design, das komfortable Cockpit und die freischwebende Mittelkonsole zum unverwechselbaren Charakter des neuen Renault-Crossover bei“, textet ein Firmensprecher. Darüber hinaus zeichne sich das Topmodell durch das völlig neu entwickelte, modulare Sitzkonzept mit wahlweise fünf oder sieben Plätzen und die hohe Fertigungsgüte bis ins kleinste Detail aus.

Hohe Fertigungsgüte ist immer gut! Den Rest zum Auto, wie Motorisierungen und sonstige Details, wollen die Franzosen erst in Paris verraten.

Lexus NX – böses Gschau serienmäßig

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Der Lexus NX. Foto: Hersteller

Nächsten Montag wird der neue Lexus NX ausprobiert. Die Japaner haben schon jetzt sämtliche Daten und Fotos zugeschickt. Und man muss sagen: Die trauen sich was.

Das sagen sie selbst zum Fahrzeug: „Der NX ist ein leistungsstarkes Premium SUV mit markantem Karosseriedesign und attraktiver Innenraumgestaltung. Er erfüllt alle praktischen Anforderungen des automobilen Alltag.“

Okay, markantes Karosseriedesign passt. Aber ob das und die Fahrleistungen auch zusammenpassen, dass  steht nächste Woche auf autothemen.com

Audi TT Roadster – in zehn Sekunden offen

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Der neue Audi TT Roadster. Foto: Hersteller

Ein Bang & Olufsen Sound-System mit 680 Watt dabei und oben ohne – der TT Roadster von Audi macht es möglich. Die Bayern haben jetzt ihren Neuen entblättert.

Mehr Farbe, mehr Elektronik, mehr Knackigkeit – wie die geschlossene Version setzen auch der offene TT und TTS auf noch einen Tick mehr Dynamik schon beim Anschauen.

Das elektrisch betätigte Stoffverdeck gibt es serienmäßig in Schwarz, Titangrau und Jive. Es wiegt dank Teilen aus Magnesium, Aluminium, Stahl und Kunststoff nur 39 Kilogramm, drei Kilogramm weniger als beim Vorgänger. „Davon profitieren das Gesamtgewicht und der Schwerpunkt des offenen Zweisitzers“, heißt es bei Audi.

Beim Öffnen faltet sich das Verdeck Z‑förmig zusammen. Dank der Aluminiumwanne, in der es liegt, beeinträchtigt es den 280 Liter fassenden Gepäckraum nicht. Der elektrische Antrieb mit den beiden E‑Motoren erledigt das Öffnen und Schließen in zehn Sekunden, auch in Fahrt bis etwa 50 km/h.

Der neue TT Roadster geht mit zwei aufgeladenen Vierzylindermotoren ins Rennen, einem TDI (184 PS) und einem TFSI (230 PS); im TTS Roadster sorgt ein TFSI mit 310 PS für ordentlich Vortrieb.

In Deutschland beginnt der Verkauf des neuen TT Roadster mit der Messe Paris im Oktober 2014, der TTS Roadster folgt Anfang 2015. Der Grundpreis für den 2.0 TFSI beträgt 37.900 Euro. Der Serienumfang umfasst etwa Xenon plus-Scheinwerfer, Klimaanlage und das MMI Radio.

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Der neue Audi TTS Roadster. Foto: Hersteller

Toyota kann auch emotional

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Die Studie C-HR Concept. Fotos: Hersteller

Der Toyota C-HR Concept ist ein interessanter Anblick. „Facettenreich wie ein Edelstein“ soll die SUV-Studie glänzen – und die Design-Zukunft der Japaner andeuten.

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Die Studie C-HR Concept. Fotos: Hersteller

Der C-HR Concept feiert auf dem Automobilsalon in Paris vom 4. bis 19. Oktober 2014 Weltpremiere –  und zeigt, wo die oft als techisch gut, aber optisch fad und langweilig verschrieene Marke hin will: Zu einem Design, „das dynamisch und ausdrucksstark ist und neue Design-Elemente in das Segment bringt“.

Inspiriert sei die Optik des C-HR Concept von den facettenreichen Oberflächen extrem beständiger und präzise bearbeiteter Edelsteine. Dies komme in den stark herausgearbeiteten Flächen, den muskulösen Radhäusern und den kraftvollen Schultern zum Ausdruck, die einen reizvollen Kontrast zur kompakten, außergewöhnlich glatten Fahrgastzelle bilden. Zu möglichen Realisierungs- und Motorisierungsoptionen wollte sich Toyota vor der Premiere nicht äußern.

Touareg im frischen Glanz

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Dass der VW Touareg irgendwie alt ausgeschaut hätte, kann man echt nicht behaupten. Aufgefrischt wurde er trotzdem – und das merkt man ihm dann doch an.

Vor allem die Front und das Heck zeichneten die Designer ein bisschen knackiger, der große Geländegänger aus Wolfsburg wirkt ein bisschen präsenter und markanter. Alle Versionen haben jetzt Bi-Xenonscheinwerfer serienmäßig. Eine Multikollisionsbremse, wie man sie etwa aus dem Golf schon kennt, ist jetzt auch immer drin.  Und innen wurden ein paar Schalter erneuert, neue Farbkombinationen sind im Angebot.

Am kräftigsten langten die Ingenieure bei den V6-TDI-Motoren hin, den erklärten Lieblingen der Touareg-Käufer. In beiden Leistungsstufen sorgt ein SCR-Katalysator mit Harnstoff-Zusatz für Sauberkeit am Auspuff-Endrohr, die Maschinen erfüllen jetzt die Abgasnorm EU 6. Wer vom Gas geht, kann jetzt mit dem großen SUV segeln gehen, dabei wird der Motor von der serienmäßigen Achtgang-Automatik entkoppelt und nutzt die Bewegungsenergie statt des Dieselkraftstoffs. Das und weitere Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz sorgen dafür, dass der Normverbrauch der 204 PS-Variante um 0,4 auf 6,6 Liter pro 100 Kilometer gesenkt werden konnte. Der stärkere Motor leistet jetzt statt 245 PS 262 PS und schluckt nach Norm ebenfalls 6,6 Liter. Vorher waren es noch 7,2 Liter.

Durch Modifikationen am Fahrwerk wurde der Touareg einen Tick agiler und komfortabler. Man thront in ihm schon ein ganzes Stück entkoppelt vom Alltagsgeschehen, lässt sich auch von nicht ganz so guten Straßen kein bisschen stören. Dass er dabei auch noch massig Platz für Besatzung und Gepäck (Kofferraum-Volumen 697 bis 1642 Liter) bietet, ist nicht neu – sondern typisch Touareg. Und dass er sich, die entsprechende Zusatzausstattung vorausgesetzt, auch sehr ordentlich im Gelände durchkämpft, ebenfalls nicht.

Die Auslieferung des überarbeiteten Groß-VWs beginnt am 17.Oktober. Die Preisliste reicht von 52 125 Euro für den kleineren V6-TDI bis zu 79 450 Euro für den 340 PS starken V8-Diesel in Exclusive-Ausstattung. Der einzige Benziner, der Touareg Hybrid mit 333 PS starkem Benziner und 46 PS starkem E-Motor, schafft einen Normverbrauch von 8,2 Litern und kostet ab 77 525 Euro. Text und Fotos: R. Huber

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Plugger-Initiative: Mercedes gibt Strom

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Mercedes S 500 Plug-in-Hybrid. Fotos: R. Huber

Die S-Klasse macht wie gewohnt den Anfang. Aber dann sind alle anderen Baureihen auch dran: Bei Mercedes geht es jetzt mit den Plug-in-Hybriden Schlag auf Schlag. Ein erster Erfahrungsbericht.

Zehn neue „Plugger“ bis 2017 kündigte Mercedes-Stratege Johannes Reifenrath an. Für die Schwaben ist die Elektrifizierung ihrer Flotte eine der Hauptmöglichkeiten, die immer strengeren Abgasvorschriften einhalten zu können.

Bei der S-Klasse, also beim S 500 Plug-in Hybrid (PIH), hat das schon mal ganz gut funktioniert: Mit einem nach den komplizierten EU-Vorgaben errechneten Normverbrauch von 2,8 Litern und einem CO2-Ausstoß von nur 65 g/km kann der im Flottenverbrauch schon mal einen deutlich durstigeren Kollegen neutralisieren.

Klar: Wer 20 Kilometer ins Büro hat und dort ebenso wie daheim den Akku-Pack im um 110 auf rund 395 Liter geschrumpften S-Klasse-Kofferraum laden kann, fährt die ganze Woche komplett lokal emissionsfrei. Aber wer auch nur dezent durch Dänemark und Schweden rollt wie die  Testfahrer, muss schon sehr aufpassen, dass er einen Spritverbrauch von unter sieben Litern hinkriegt. Wobei das ja durchaus ein anständiger Wert ist.

33 Liter maximale E-Reichweite gibt Mercedes an, zur optimalen Nutzung der Möglichkeiten im Hybrid-, E-, E-Save- oder Charge-Betrieb haben die Schwaben eine „routenbasierte Betriebsstrategie“ eingebaut: Navi programmieren, auf Hybrid stellen und das Fahrprogramm  auf E + –  dann nutzt die „Intelligenz“ des Fahrzeugs, so Baureihen-Chef Hermann Storp, die Daten über dei Topografie der Strecke zum gezielten Einsatz von Strom und Benzin.  Oder gibt dank Radarsensoren in der Front per sanftem Doppelimpuls im Gaspedal den Hinweis: Wenn du jetzt ein bisschen vom Gas gehst, kannst du verbrauchsfrei hinter dem vorausfahrenden Auto hersegeln.

Funktioniert alles prima, und zwar auf eine extrem unauffällige Art und Weise. Also im Prinzip exakt so wie bei jeder anderen S-Klasse, nur dass eben ein paar Einstell- und Sparmöglichkeiten mehr im Angebot sind.

Der Dreiliter-V6 und die E-Maschine V6-Benziner liefern zusammen eine Systemleistung von 325 kW/442 PS und ein Drehmoment von beeindruckenden 650 Nm. Das reicht für den Sprint auf 100 in 5,2 Sekunden und die üblichen abgeregelten 250 Sachen. Luxus ist jede Menge drin, bis hin zur Vorwahl-App für die Klimatisierung, die sogar die Beheizung der Sitze, des Lenkrads und der Armauflagen umfasst. Oder die Belüftung der Sitze.

Ein spannendes Statement. So ist der mindestens 108.944,50 Euro teure PIH der S-Klasse wohl zu beurteilen. Und als ein Zeichen, wohin die Reise geht. Als eine „Speerspitze“ (so Reifenrath) in Sachen Elektrifizierungs-Strategie und für den Weg in die Zukunft.  Und ein Leuchtzeichen für die Nutzer erschwinglicherer Autos nach dem Motto: Ihr seid auch bald dran. Text: R. Huber

Renault zeigt das Ein-Liter-Auto

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Alle Fotos: Hersteller

Ganz schön seiner Zeit voraus, was Renault da auf die vier schmalen 145er Reifen gestellt hat: Der Super-Spritsparer Eolab hat rund 100 verbrauchsmindernde Feinheiten an Bord.

Mit der Studie im Clio-Format „präsentiert Renault einen zukunfts­weisenden Technologieträger, der mit einem kombinierten Verbrauch von 1,0 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer (22 g CO2/km) neue Effizienzmaßstäbe setzt“, so Reinhard Zirpel von Renault Deutschland. Möglich mache das neue Hybrid-Antriebs­technik plus intelligentem Leichtbau und ausge­feilter Aerodynamik. Statt teurer Materialien wie Titan wurden aus Kostengründen Aluminium und Magnesium verwendet. Damit will Renault zeigen, dass ein extrem niedriger Kraftstoff­verbrauch auch für einen großen Kundenkreis machbar ist. Innerhalb von zehn Jahren soll ein Auto mit dem Eolab-Technikpaket in Großserie produziert werden.

Kern des Hybrid-Systems sind ein 57 kW/78 PS starker Dreizylinder-Benzinmotor mit 1,0 Liter Hubraum und 95 Nm Drehmomentund ein Elektromotor mit 50 kW/68 PS Leistung und 200 Nm Drehmoment. Der Elektromotor bezieht seine Energie aus einer Lithium-Ionen-Batterie mit 6,7 kWh Energie. Der Stromspeicher erlaubt rein elektrisches Fahren bis zu 60 Kilometer Reichweite und bis zur Höchstgeschwindig­keit von 120 km/h.

Die Kraftübertragung erfolgt über ein 3-Stufen-Getriebe, das sämtliche Geschwindigkeitsbereiche abdeckt. Die beiden ersten Fahrstufen sind an den Elektromotor gekoppelt, die dritte Stufe an den Verbrennungsmotor. Je nach Einsatzzweck sind neun Kombinationen möglich. Die Wechsel erfolgen automatisch und werden elektronisch gesteuert.

Der Fahrer kann vor Fahrtantritt zwischen einem Kurz- und Langstreckenmodus wählen. Bei Langstreckenfahrten arbeiten Benzin- und Elektromotor zusammen. Im Schiebebetrieb und beim Verzögern wird die Batterie durch Rekuperation wieder aufgeladen. Bei Kurzstreckenfahrten schaltet sich das Ver­brennungsaggregat erst ab einer Geschwindigkeit von 120 km/h hinzu.

Im Vergleich zu einem Renault Clio der gleichen Größenklasse ist die Studie 955 Kilo schwere Studie rund 400 Kilogramm leichter, plus das rund 145 Kilo­gramm schwere Hybridsystem.

Auch in der Aerodynamik punktet die Renault Studie. Der Gesamtluftwiderstand liegt rund 30 Prozent unter dem Wert des Clio. Der Cw-Wert beträgt 0,235. Ergebnis der aerodynamischen Optimierung: Bei 130 km/h Fahrgeschwindigkeit verringert sich der Verbrauch um 1,2 Liter pro 100 Kilometer.

Zur Verringerung des Luftwiderstands verfügt der Eolab unter anderem über eine Luftfederung, die den Wagen bei Geschwindig­keiten ab 70 km/h gegenüber der Normalposition um 25 Millimeter absenkt und so den Luftstrom unter dem Fahrzeug verringert. Dabei hilft auch der aktive Spoiler, indem er ebenfalls um zehn Zentimeter herunterfährt. Ebenfalls ab 70 km/h öffnen sich Luftleitelemente im Heckstoßfänger hinter den Hinterrädern. Sie verhindern Luftverwirbelungen, die wie Bremsen wirken können.

Eine Rolle bei der aerodynamischen Gestaltung spielen auch die Felgen. Aus Designgründen und um eine optimale Bremskühlung zu gewährleisten, sind diese offen gestaltet. Beim fahrenden Auto schließt ein Mechanismus jedoch die Felgen und verringert so den Luftwiderstand. Temperaturfühler überwachen, dass die Bremsen nicht überhitzen. In diesem Fall öffnen sich die Felgen wieder.