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Vorsicht, es herbstelt!

Im September und Oktober verändern sich die Bedingungen für Autofahrer spürbar. Foto: GTÜ

Dunst oder Nebel über der Fahrbahn, nasses Laub, tief stehende Sonne am Morgen und früher einsetzende Dunkelheit am Abend: Im September und Oktober verändern sich die Bedingungen für Autofahrer spürbar. Gleichzeitig können die Temperaturen innerhalb kurzer Zeit deutlich sinken, so die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH. Wer sein Fahrverhalten anpasst und das Fahrzeug rechtzeitig auf die dunkle Jahreszeit vorbereitet, leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr. Hier die wichtigsten Tipps für sichere Fahrten im Herbst.

Gute Sicht ist entscheidend: Gerade morgens und am späten Nachmittag steht die Sonne im Herbst häufig tief. Sie kann stark blenden und dafür sorgen, dass andere Verkehrsteilnehmer, Ampeln oder Hindernisse später erkannt werden. Verschmutzte Scheiben können die Wirkung zusätzlich verstärken. Deshalb sollten Frontscheibe und Seitenscheiben außen wie innen sauber sein. Auch eine gut funktionierende Scheibenwaschanlage und intakte Wischerblätter sind wichtig. Bei starker Blendung gilt: Geschwindigkeit reduzieren und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug vergrößern.

Nebel kann die Sicht innerhalb kurzer Zeit deutlich verschlechtern. Besonders häufig tritt er am Morgen, in Niederungen und in Gewässernähe auf. Autofahrer sollten ihre Geschwindigkeit der tatsächlichen Sichtweite anpassen und mit größerem Abstand fahren. Das Abblendlicht hilft dabei, selbst besser zu sehen und von anderen Verkehrsteilnehmern früher erkannt zu werden. Bei starker Sichtbehinderung ist das Abblendlicht tagsüber in Deutschland sogar vorgeschrieben – wie auch bei Regen oder Schneefall. Auf Tagfahrlicht oder Lichtautomatik sollten sich Autofahrer also nicht verlassen. Für die Nebelschlussleuchte gelten klare Regeln: Beträgt die Sichtweite durch Nebel weniger als 50 Meter, darf sie eingeschaltet werden. Zugleich darf dann nicht schneller als 50 km/h gefahren werden. Bei Bedarf ist die Geschwindigkeit weiter zu reduzieren.

Nasses Laub ist nicht zu unterschätzen. Auf feuchter Fahrbahn können Blätter die Reifenhaftung deutlich verringern. Besonders in Kurven sowie beim Bremsen und Beschleunigen kann das Fahrzeug dann ins Rutschen geraten. Eine angepasste Geschwindigkeit, der Verzicht auf abrupte Lenk-, Brems- und Beschleunigungsmanöver sowie ein größerer Sicherheitsabstand helfen, wichtige Sicherheitsreserven zu schaffen. Das gilt ebenso bei starkem Regen. Steht Wasser auf der Fahrbahn, steigt das Risiko von Aquaplaning. Ausreichendes Reifenprofil unterstützt dabei, Wasser zuverlässig aus der Aufstandsfläche des Reifens abzuleiten.

Mit sinkenden Temperaturen rückt zudem die Bereifung in den Mittelpunkt. Bereits im Oktober können erste Nachtfröste auftreten. Brücken, schattige Straßenabschnitte und Waldgebiete können besonders früh glatt sein. Die GTÜ empfiehlt, den Reifenzustand rechtzeitig zu kontrollieren und den Wechsel auf Winterreifen nicht bis zum ersten Schneefall hinauszuschieben. In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte müssen alle Räder geeignete Reifen mit Alpine-Symbol tragen. Auch wenn eine feste Zeitspanne für Winterreifen am Fahrzeug nicht vorgeschrieben ist, bewährt sich eine Faustregel: Winterreifen nutzt man am besten von Oktober bis Ostern. Egal, ob Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen: Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Die GTÜ empfiehlt im Sinne der Sicherheit mindestens vier Millimeter Restprofil.

Die Beleuchtung verdient im Herbst ebenfalls Aufmerksamkeit. Die Tage werden rasch kürzer, Fahrten zur Arbeit oder nach Hause finden zunehmend in Dämmerung oder Dunkelheit statt. Fußgänger und Radfahrer sind dann schwerer zu erkennen. Funktionierende und korrekt eingestellte Scheinwerfer verbessern nicht nur die eigene Sicht, sondern verhindern auch, dass entgegenkommende Verkehrsteilnehmer unnötig geblendet werden. Deshalb lohnt es sich, die gesamte Beleuchtungsanlage regelmäßig zu kontrollieren.

Zu den typischen Herbstgefahren zählt außerdem Wildwechsel. Vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung kann auf Landstraßen plötzlich Wild die Fahrbahn queren. Autofahrer sollten insbesondere an Waldrändern und in Bereichen mit entsprechenden Warnschildern aufmerksam sein, die Geschwindigkeit reduzieren und die Fahrbahnränder beobachten. Taucht ein Tier auf, sollte man kontrolliert bremsen, das Fernlicht ausschalten und hupen. Riskante Ausweichmanöver können zusätzliche Gefahren verursachen. Zudem ist stets damit zu rechnen, dass einem Tier weitere folgen.

Auf Landstraßen kommt im September und Oktober häufig landwirtschaftlicher Verkehr hinzu. Traktoren und Erntemaschinen fahren deutlich langsamer als Pkw und können besonders breit sein. Zusätzlich können Erde und Schlamm von Feldzufahrten die Fahrbahn verschmutzen und rutschig machen. Ein ausreichender Sicherheitsabstand und geduldiges Abwarten vor einem Überholmanöver sind hier besonders wichtig. Überholt werden sollte nur dort, wo die Strecke vollständig einsehbar ist und jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist.

Eine weitere typische Begleiterscheinung des Herbstes sind beschlagene Scheiben. Hohe Luftfeuchtigkeit und sinkende Außentemperaturen können die Sicht bereits unmittelbar nach dem Einsteigen stark einschränken. Lüftung und Klimaanlage helfen, die Feuchtigkeit aus dem Innenraum zu entfernen – dabei wirkt eine Frischluftzufuhr besser als Umluft. Die Fahrt sollte erst beginnen, wenn alle für die Sicht wichtigen Scheiben ausreichend frei sind.

Die Summe dieser Faktoren zeigt: Im Herbst ändern sich die Anforderungen an Fahrer und Fahrzeug. Vorausschauendes Fahren, mehr Abstand und eine den Verhältnissen angepasste Geschwindigkeit schaffen wichtige Sicherheitsreserven. Ebenso wichtig ist der technische Zustand des Autos. Reifen, Beleuchtung, Scheibenwischer und Bremsen müssen zuverlässig funktionieren. Gerade vor der dunklen und kalten Jahreszeit lohnt es sich, das eigene Fahrzeug bewusst auf die kommenden Bedingungen vorzubereiten. Damit wird aus wenigen zusätzlichen Handgriffen und etwas mehr Aufmerksamkeit ein wirkungsvoller Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr.