Archiv für den Monat September 2026

Zehn Ganzjahresreifen im Test: Die Unterschiede sind erheblich

Zehn Ganzjahresreifen, zwei Jahreszeiten und sehr unterschiedliche Anforderungen: Für den aktuellen Ganzjahresreifentest 2026 wurden Pneus von Bridgestone, Continental, Falken, Giti, Goodyear, Hankook, Linglong, Michelin, Nokian und Pirelli der Dimension 225/45 R17 untersucht.

Mehrere Kandidaten erreichen im Wintertest ein hohes Niveau. Foto: GTÜ

Durchgeführt wurde der Test von den Partnern Auto Zeitung, ACV Automobil-Club Verkehr e.V., Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs (ARBÖ) sowie der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung. Die Wintertests fanden im Februar bei frostigen Temperaturen auf verschneiten Strecken in Nordschweden statt. Im Mai folgten die Nass- und Trockentests unter sommerlichen Bedingungen in Spanien. Das Ergebnis zeigt deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten. Vorab: Den Gesamtsieg erzielte Pirelli vor Continental.

Der Vergleich umfasst fünf Produkte aus dem Premium-Bereich von Bridgestone, Continental, Goodyear, Michelin und Pirelli. Hinzu kommen Falken, Hankook und Nokian aus dem Quality-Bereich sowie Giti und Linglong aus der Budget-Fraktion. Die Preisunterschiede folgen dieser Einteilung allerdings nur eingeschränkt. Bei Stichproben im August lagen Giti, Continental und Michelin jeweils bei mehr als 500 Euro pro Satz. Die übrigen Angebote bewegten sich zwischen 425 Euro für Falken und 485 Euro für Goodyear. Mit 325 Euro war einzig Linglong deutlich günstiger.

Die Wintertests fanden im Februar auf verschneiten Strecken in Nordschweden statt. Foto: GTÜ

Ganzjahresreifen sind anders als reine Winterreifen nicht ausschließlich für niedrige Temperaturen und Schnee ausgelegt. Dennoch erreichen mehrere Kandidaten im Wintertest ein hohes Niveau. Besonders stark schneidet Michelin ab. Die aktuelle Generation des CrossClimate erreicht eine Schneegriffigkeit, die auch im Vergleich mit Winterreifen hoch ausfällt. Continental, Giti und Hankook erzielen auf Schnee sehr gute Ergebnisse. Hier zeigt sich, dass Ganzjahresreifen mit dem Alpine-Symbol (Schneeflocke im stilisierten Berggipfel) eine gute Lösung auch für Schnee sein können.

Bridgestone, Goodyear und Pirelli erreichen auf Schnee nicht das Gripniveau eines reinen Winterreifens. Ihre kälteelastischen Mischungen und lamellierten Laufflächen ermöglichen jedoch eine sichere Fahrt auf verschneiten Strecken. Schwächer schneiden Linglong und, etwas überraschend, Nokian ab. Falken liegt in den Schneetests deutlich zurück. Als einziger Teilnehmer setzt der Reifen auf ein asymmetrisches Profildesign statt auf die inzwischen verbreitete laufrichtungsgebundene Konstruktion. Inzwischen ist ein Update erhältlich, das unter anderem mehr Schneegrip bieten soll. Tendenziell erreichen klassische Winterreifen für mitteleuropäische Bedingungen selbst bei sehr niedrigen Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius eine gute Funktion. Ganzjahresreifen stoßen im Vergleich etwas früher an ihre Grenzen.

Die Nass- und Trockentests wurden bewusst in der warmen Jahreszeit durchgeführt. Foto: GTÜ

Im Sommer liegt die Herausforderung am anderen Ende der Temperaturskala. Da verlassen Ganzjahresreifen üblicherweise etwas früher ihr optimales Temperaturfenster als reine Sommerreifen. Diese sind selbst für höhere Lufttemperaturen im Schatten von 30 Grad Celsius und mehr ausgelegt. Deshalb wurden die Nass- und Trockentests bewusst in der warmen Jahreszeit durchgeführt.

Die beiden Reifen, die den Spagat am besten beherrschen und sowohl bei Kälte und Nässe als auch auf trockenem, griffigem Asphalt optimal alle Impulse umsetzen, führen am Ende auch die Wertung an. Die übrigen Kandidaten beherrschen meist eine Disziplin deutlich besser als die anderen, bieten jedoch auf den übrigen Gebieten eine verhaltene Performance. Das trifft zum Beispiel auf Giti und Linglong zu, die dadurch ans hintere Ende der Ergebnistabelle rutschen. Auch Michelin und Falken bringen bei Regenwetter und Sonne nur mäßige Ergebnisse zuwege, doch während die überragenden Wintereigenschaften den Franzosen nach Punkten sogar noch auf Platz vier retten, ist der letzte Platz für den Falken unabwendbar.

Der Pirelli lässt die Konkurrenz sowohl auf nassem als auch auf trockenem Asphalt knapp hinter sich. Foto: GTÜ

Der Nokian trumpft mit einer sehr guten Nasshaftung auf, fällt aber in den Trockendisziplinen ab, während der Bridgestone auf Nässe hadert, aber im Trockenen eine starke Vorstellung abliefert. Etwas zu unausgewogen präsentiert sich auch der Goodyear, der bei Nässe überzeugt, aber im Trockenen mit langen Bremswegen an Boden verliert. Der Hankook liefert zwar eine ausgewogene Vorstellung bei sommerlichen Bedingungen, erreicht aber nicht sein Schnee-Leistungsniveau.

Auch der Continental legt den Fokus auf die Wintereignung, generiert aber dennoch bei steigenden Temperaturen gute Resultate und sichert sich so Platz zwei. Den unangefochtenen Spitzenplatz verdient sich indes der Pirelli, der im Schnee eine saubere Performance abliefert und die Konkurrenz sowohl auf nassem als auch auf trockenem Asphalt knapp hinter sich lässt. Bei den Bremstests setzt er sich deutlich vor die Wettbewerber und kommt im Regen beim Notstopp aus 100 km/h einen vollen Meter früher zum Stillstand als der nächstbeste Pneu (Continental). Im Trockenen hält er sogar 1,3 Meter vor dem zweitbesten (Bridgestone).

Der Vergleich zeigt zugleich die begrenzte Aussagekraft einzelner Labelwerte. Pirelli und Giti erreichen bei der Nasshaftung jeweils die Einstufung „A“, liegen in den Fahrversuchen jedoch deutlich auseinander. Ergänzend zu den Fahreigenschaften wurden deshalb auch Energieeffizienz, Abrieb, Geräuschemissionen und prognostizierte Laufleistungen betrachtet.

Für die Voraussage der Laufleistung absolvierten die Reifen unter Laborbedingungen mehrere Tausend Kilometer auf einem Prüfstand. Eine Steuerelektronik simulierte Kräfte und Beanspruchungen des realen Verkehrs. Daraus lässt sich ableiten, wie lange ein Profil bis zur gesetzlichen Verschleißgrenze hält. Zusätzlich wurde gemessen, wieviel Gummi je 1.000 Kilometer abgetragen wird. Die Laborbedingungen ermöglichen einen direkten Produktvergleich. Die tatsächliche Laufleistung kann je nach Fahrzeug, Streckenprofil und Fahrstil abweichen.

Der Pirelli fährt den Testsieg ein und ist aktuell die Referenz im Allseason-Segment. Seine Auslegung ermöglicht im Sommer-Einsatz die mit Abstand höchste Performance im Testfeld – ohne auf Schnee zu enttäuschen. Damit entspricht er den Anforderungen der typischen Witterung in Deutschland. Erfreulich das insgesamt hohe Niveau der getesteten Ganzjahresreifen, wie die vielen Empfehlungen zeigen.

Fazit: Moderne Ganzjahresreifen erreichen inzwischen auf Schnee ein hohes Leistungsniveau. Gleichzeitig bleiben die Anforderungen bei hohen Sommertemperaturen eine wesentliche Entwicklungsaufgabe. Kein einzelner Prüfwert beschreibt deshalb die Gesamtleistung, entscheidend ist das Zusammenspiel der Eigenschaften auf Schnee sowie auf nasser und trockener Fahrbahn. Im Ganzjahresreifentest 2026 gelingt Pirelli dieser Ausgleich am besten.

E-Auto aus zweiter Hand: Darauf kommt es an

Der „State of Health“ des Akkus sollte immer vor dem Kauf überprüft werden. Foto: R. Huber

In Deutschland sind inzwischen mehr als zwei Millionen reine Elektroautos zugelassen. Mit steigenden Spritpreisen rücken auch gebrauchte Elektrofahrzeuge stärker in den Fokus – auch, weil E-Autos in den ersten Jahren häufig deutlich an Wert verlieren und teils bis zur Hälfte ihres Neupreises einbüßen. Zugleich stellen sich Fragen nach dem Batteriezustand, möglichen Förderungen und zu Gewährleistungsrechten. Die Experten der Arag Versicherungen erklären hier, worauf beim Kauf gebrauchter E‑Autos zu achten ist und welche Rechte im Problemfall gelten.

Welche Förderung gibt es derzeit für gebrauchte E‑Autos?
Eine klassische staatliche Kaufprämie, wie sie zeitweise für Elektroautos gezahlt wurde, existiert aktuell für Gebrauchtfahrzeuge nicht. Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass sich Fördermaßnahmen inzwischen vor allem auf Neufahrzeuge sowie auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur konzentrieren – etwa durch Förderprogramme für Ladesäulen oder private Wallboxen.

Gleichzeitig können Käufer von Gebrauchtwagen dennoch profitieren: Rein elektrische Fahrzeuge bleiben befristet von der Kfz‑Steuer befreit – bei einer Erstzulassung bis zum 31. Dezember 2030 läuft die Befreiung bis Ende 2035. Zudem können regionale Förderprogramme – etwa Zuschüsse von Städten oder Bundesländern – sowie Herstellerangebote wie Preisnachlässe oder verlängerte Garantien im Einzelfall eine Rolle spielen.

Welche typischen Risiken gibt es bei gebrauchten E‑Autos?
Zu den wichtigsten Unsicherheiten zählen Reichweitenverluste, Ladeprobleme und ein schwer nachvollziehbarer Batteriezustand. Anders als bei klassischen Fahrzeugen ist nicht allein die Laufleistung entscheidend, sondern auch die Art der Nutzung, etwa häufiges Schnellladen oder viele Kurzstreckenfahrten. Die ARAG Experten raten, im Zweifel unabhängige Prüfungen oder Gutachten in Betracht zu ziehen. Vollständige Unterlagen, transparente Nutzungsdaten und eine dokumentierte Wartungshistorie helfen, Risiken beim Kauf zu reduzieren.

Zu den wichtigsten Unsicherheiten zählen Reichweitenverluste, Ladeprobleme und ein schwer nachvollziehbarer Batteriezustand. Foto: R. Huber

Warum ist der Zustand der Batterie besonders wichtig?
Da die Batterie einen wesentlichen Teil des Fahrzeugwerts ausmacht, sollten Käufer den Preis immer im Verhältnis zum Batteriezustand bewerten. Die ARAG Experten empfehlen, sich den sogenannten „State of Health“ (SoH, deutsch: Gesundheitszustand) genau nachweisen zu lassen. Dieser Wert gibt Auskunft darüber, wie hoch die verbleibende Leistungsfähigkeit der Batterie ist. Auch Ladeverhalten, Nutzung und Software‑Updates beeinflussen die Lebensdauer. Viele Hersteller gewähren längere Garantien auf den Akku, oft über mehrere Jahre oder eine bestimmte Kilometerleistung.

Welche Rechte haben Käufer bei Mängeln nach dem Kauf?
Beim Kauf über einen Händler gilt die gesetzliche Gewährleistung. Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass innerhalb der ersten zwölf Monate vermutet wird, dass ein Mangel bereits beim Kauf vorlag. Der Verkäufer muss dann nachweisen, dass das Fahrzeug bei Übergabe in Ordnung war. Diese Regel kann besonders bei technischen Defekten oder Batterieproblemen entscheidend sein. Tritt kurz nach dem Kauf ein Schaden auf, sollten Käufer diesen möglichst schnell dokumentieren und dem Verkäufer melden.

Welche Pflichten haben Verkäufer bei gebrauchten E‑Autos?
Verkäufer müssen bekannte Mängel offenlegen. Das gilt auch für Elektroautos, etwa bei eingeschränkter Batterieleistung oder technischen Problemen. Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass insbesondere Eigenschaften, die für die Kaufentscheidung wesentlich sind, ausdrücklich angegeben werden müssen.

So hat das Landgericht Köln entschieden, dass ein Verkäufer beim Gebrauchtwagenverkauf über wesentliche Umstände – etwa einen früheren Unfallschaden – informieren muss. Unterbleibt ein solcher Hinweis, kann der Käufer den Vertrag anfechten oder rückabwickeln (Az.: 18 O 329/25). Diese Grundsätze gelten auch für Elektroautos: Werden relevante Einschränkungen, etwa hinsichtlich der Batterie oder der Fahrzeugnutzung, verschwiegen, kann das rechtliche Konsequenzen haben.

Was gilt beim Unterschied zwischen Händler- und Privatkauf?
Beim Kauf von einem Händler profitieren Käufer von gesetzlichen Gewährleistungsrechten und den damit verbundenen Beweislastregeln. Beim Privatkauf kann die Haftung für Mängel dagegen weitgehend ausgeschlossen werden. Die ARAG Experten empfehlen daher, den Preisvorteil privater Angebote genau abzuwägen. Gerade bei Elektroautos sind technische Zustände schwerer einzuschätzen als bei Verbrennern. Allerdings gilt ein Haftungsausschluss nicht uneingeschränkt. Formulierungen wie „gekauft wie gesehen“ gelten nur für Mängel, die bei einer Besichtigung erkennbar sind. So entschied das Oberlandesgericht Oldenburg, dass ein Käufer den Vertrag rückabwickeln konnte, weil ein erheblicher Unfallschaden vorlag, der für ihn nicht erkennbar gewesen war (Az.: 9 U 29/17).

Welche Rolle spielt die Ladeinfrastruktur im Alltag?
Neben Technik und Preis sollten Käufer auch die praktische Nutzung im Alltag prüfen. Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass ein Elektroauto nur dann sinnvoll ist, wenn ausreichende Lademöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wer weder zu Hause noch am Arbeitsplatz laden kann, ist stärker auf öffentliche Ladepunkte angewiesen. Diese sind vielerorts ausgebaut, können aber je nach Region unterschiedlich verfügbar oder ausgelastet sein. Deshalb empfiehlt es sich, vor dem Kauf zu prüfen, wo und wie regelmäßig geladen werden kann und ob dies zum eigenen Fahrprofil passt.

Vorsicht, es herbstelt!

Im September und Oktober verändern sich die Bedingungen für Autofahrer spürbar. Foto: GTÜ

Dunst oder Nebel über der Fahrbahn, nasses Laub, tief stehende Sonne am Morgen und früher einsetzende Dunkelheit am Abend: Im September und Oktober verändern sich die Bedingungen für Autofahrer spürbar. Gleichzeitig können die Temperaturen innerhalb kurzer Zeit deutlich sinken, so die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH. Wer sein Fahrverhalten anpasst und das Fahrzeug rechtzeitig auf die dunkle Jahreszeit vorbereitet, leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr. Hier die wichtigsten Tipps für sichere Fahrten im Herbst.

Gute Sicht ist entscheidend: Gerade morgens und am späten Nachmittag steht die Sonne im Herbst häufig tief. Sie kann stark blenden und dafür sorgen, dass andere Verkehrsteilnehmer, Ampeln oder Hindernisse später erkannt werden. Verschmutzte Scheiben können die Wirkung zusätzlich verstärken. Deshalb sollten Frontscheibe und Seitenscheiben außen wie innen sauber sein. Auch eine gut funktionierende Scheibenwaschanlage und intakte Wischerblätter sind wichtig. Bei starker Blendung gilt: Geschwindigkeit reduzieren und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug vergrößern.

Nebel kann die Sicht innerhalb kurzer Zeit deutlich verschlechtern. Besonders häufig tritt er am Morgen, in Niederungen und in Gewässernähe auf. Autofahrer sollten ihre Geschwindigkeit der tatsächlichen Sichtweite anpassen und mit größerem Abstand fahren. Das Abblendlicht hilft dabei, selbst besser zu sehen und von anderen Verkehrsteilnehmern früher erkannt zu werden. Bei starker Sichtbehinderung ist das Abblendlicht tagsüber in Deutschland sogar vorgeschrieben – wie auch bei Regen oder Schneefall. Auf Tagfahrlicht oder Lichtautomatik sollten sich Autofahrer also nicht verlassen. Für die Nebelschlussleuchte gelten klare Regeln: Beträgt die Sichtweite durch Nebel weniger als 50 Meter, darf sie eingeschaltet werden. Zugleich darf dann nicht schneller als 50 km/h gefahren werden. Bei Bedarf ist die Geschwindigkeit weiter zu reduzieren.

Nasses Laub ist nicht zu unterschätzen. Auf feuchter Fahrbahn können Blätter die Reifenhaftung deutlich verringern. Besonders in Kurven sowie beim Bremsen und Beschleunigen kann das Fahrzeug dann ins Rutschen geraten. Eine angepasste Geschwindigkeit, der Verzicht auf abrupte Lenk-, Brems- und Beschleunigungsmanöver sowie ein größerer Sicherheitsabstand helfen, wichtige Sicherheitsreserven zu schaffen. Das gilt ebenso bei starkem Regen. Steht Wasser auf der Fahrbahn, steigt das Risiko von Aquaplaning. Ausreichendes Reifenprofil unterstützt dabei, Wasser zuverlässig aus der Aufstandsfläche des Reifens abzuleiten.

Mit sinkenden Temperaturen rückt zudem die Bereifung in den Mittelpunkt. Bereits im Oktober können erste Nachtfröste auftreten. Brücken, schattige Straßenabschnitte und Waldgebiete können besonders früh glatt sein. Die GTÜ empfiehlt, den Reifenzustand rechtzeitig zu kontrollieren und den Wechsel auf Winterreifen nicht bis zum ersten Schneefall hinauszuschieben. In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte müssen alle Räder geeignete Reifen mit Alpine-Symbol tragen. Auch wenn eine feste Zeitspanne für Winterreifen am Fahrzeug nicht vorgeschrieben ist, bewährt sich eine Faustregel: Winterreifen nutzt man am besten von Oktober bis Ostern. Egal, ob Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen: Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Die GTÜ empfiehlt im Sinne der Sicherheit mindestens vier Millimeter Restprofil.

Die Beleuchtung verdient im Herbst ebenfalls Aufmerksamkeit. Die Tage werden rasch kürzer, Fahrten zur Arbeit oder nach Hause finden zunehmend in Dämmerung oder Dunkelheit statt. Fußgänger und Radfahrer sind dann schwerer zu erkennen. Funktionierende und korrekt eingestellte Scheinwerfer verbessern nicht nur die eigene Sicht, sondern verhindern auch, dass entgegenkommende Verkehrsteilnehmer unnötig geblendet werden. Deshalb lohnt es sich, die gesamte Beleuchtungsanlage regelmäßig zu kontrollieren.

Zu den typischen Herbstgefahren zählt außerdem Wildwechsel. Vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung kann auf Landstraßen plötzlich Wild die Fahrbahn queren. Autofahrer sollten insbesondere an Waldrändern und in Bereichen mit entsprechenden Warnschildern aufmerksam sein, die Geschwindigkeit reduzieren und die Fahrbahnränder beobachten. Taucht ein Tier auf, sollte man kontrolliert bremsen, das Fernlicht ausschalten und hupen. Riskante Ausweichmanöver können zusätzliche Gefahren verursachen. Zudem ist stets damit zu rechnen, dass einem Tier weitere folgen.

Auf Landstraßen kommt im September und Oktober häufig landwirtschaftlicher Verkehr hinzu. Traktoren und Erntemaschinen fahren deutlich langsamer als Pkw und können besonders breit sein. Zusätzlich können Erde und Schlamm von Feldzufahrten die Fahrbahn verschmutzen und rutschig machen. Ein ausreichender Sicherheitsabstand und geduldiges Abwarten vor einem Überholmanöver sind hier besonders wichtig. Überholt werden sollte nur dort, wo die Strecke vollständig einsehbar ist und jede Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist.

Eine weitere typische Begleiterscheinung des Herbstes sind beschlagene Scheiben. Hohe Luftfeuchtigkeit und sinkende Außentemperaturen können die Sicht bereits unmittelbar nach dem Einsteigen stark einschränken. Lüftung und Klimaanlage helfen, die Feuchtigkeit aus dem Innenraum zu entfernen – dabei wirkt eine Frischluftzufuhr besser als Umluft. Die Fahrt sollte erst beginnen, wenn alle für die Sicht wichtigen Scheiben ausreichend frei sind.

Die Summe dieser Faktoren zeigt: Im Herbst ändern sich die Anforderungen an Fahrer und Fahrzeug. Vorausschauendes Fahren, mehr Abstand und eine den Verhältnissen angepasste Geschwindigkeit schaffen wichtige Sicherheitsreserven. Ebenso wichtig ist der technische Zustand des Autos. Reifen, Beleuchtung, Scheibenwischer und Bremsen müssen zuverlässig funktionieren. Gerade vor der dunklen und kalten Jahreszeit lohnt es sich, das eigene Fahrzeug bewusst auf die kommenden Bedingungen vorzubereiten. Damit wird aus wenigen zusätzlichen Handgriffen und etwas mehr Aufmerksamkeit ein wirkungsvoller Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr.

Die Lkw-Chinesen kommen

Der Eindruck ist fast schon überwältigend: Wohin das Auge in den einschlägigen Hallen der IAA Transportation 2026 auch fällt – fast überall sind meist riesige Stände chinesischer Hersteller zu sehen.

Klar: Auch die deutschen und die europäischen Fabrikanten zeigen ihre neuesten Produkte, speziell im Bereich E-Mobilität inkl. Wasserstoffantrieb.

Das TL.X Concept ist mein persönliches Messe-Highlight. Foto: R. Huber

Aber nicht nur gefühlt haben die Fernostler das Heft in der Hand, sie geben das unmissverständliche Signal: Es geht los. Mit uns ist zu rechnen.

Die KI wirft auf die Frage „Welche chinesischen LKW-Hersteller stellen auf der IAA Transportation 2026 aus?“ folgende (tatsächlich noch unvollständige) Liste aus:

  • Sinotruk (China National Heavy Duty Truck)
  • SANY – bereits mit Elektro-Lkw auf dem deutschen Markt aktiv
  • Dongfeng – zeigt unter anderem neue Wasserstoff-Lastwagen
  • Foton – mit Fokus auf E-Lkw-Ambitionen in Europa
  • Jiefang (FAW) – präsentiert elektrische Nutzfahrzeugkonzepte
  • SuperPanther – stellt ebenfalls in Hannover aus
  • Skyworth – mit E-Lkw-Modellen vertreten
  • BYD – der Elektro-Pkw-Riesengigant zeigt Berichten zufolge auch Lkw
  • Wisdom Motor – hat neue Wasserstoff-Lastkraftwagen angekündigt
  • Farizon (Geely-Tochter) – baut europäische Strukturen aus

Hinter dem Fahrersitz steckt eine höchst variable Kabine. Foto: R. Huber

In dieser Liste, die ja schon eindrucksvoll genug ist, ist mein Messe-Highlight noch gar nicht enthalten. Denn Hersteller FAW (First Automobile Works) hat nicht nur mehrere Serienfahrzeuge, sondern auch eine Studie nach Hannover gebracht. Das TL.X Concept ist als als zukunftsweisendes Statement auf Rädern gedacht, als Blick auf die nächste Generation des Güterverkehrs. Unter anderem mit der Option, das Gerät mit Dieselantrieb zu kaufen und später auf reinen Batterie-Betrieb umrüsten zu lassen. Und es bietet eine modulare Kabine, die sich als mobiles Büro und Wohn- und Ruheraum nutzen lässt.

Klar, das ist alles noch Zukunftsmusik. Doch zusammen mit der Fülle längst serienreifer und längst in China rollender Lkws ergibt sich doch ein deutliches Bild vom bevorstehenden Kräftemessen bei den Brummi-Herstellern.

Der Tesla Semi soll tatsächlich nach Europa kommen. Foto: R. Huber

Was noch auffällt: Der eher lieblos in einer tristen Hallenecke geparkte Tesla Semi in der Europa-Ausführung mit seiner Antriebsleistung von bis zu 800 kW, der Reichweite von rund 550 Kilometern und den 800 kW an maximaler Ladeleistung wirkt gegen manche Produkte der chinesischen Offensive fast schon ein bisschen wie von gestern . . . Rudolf Huber